Aus einem Guss: Kombi aus ERP und PM eliminiert Wissenslücken

Unternehmen in Branchen wie Fertigung, Logistik und Versorgung kommen heute kaum ohne eine spezielle Geschäftssoftware aus. Systeme für ERP, Anlagenwirtschaft, Betriebsdaten, Produktionsplanung, Supply Chain Management und Kundenpflege sind weit verbreitet. Diese Systeme kontrollieren die täglichen Prozesse und den Betriebszustand des Unternehmens. Sie speichern Daten, sorgen für eine schnelle Abwicklung von Transaktionen, verfolgen Prozesse und liefern vordefinierte, geschäftsbezogene Berichte.

Oft werden diese Systeme langfristig eingebunden: Standard-ERP-Systeme gelten als Investitionsgüter mit 10 bis 15 Jahren Lebensdauer. In diesem Zeitraum müssen Unternehmen den Wert des Systems erhalten und dafür sorgen, dass es profitabel arbeitet. Die in der Regel webbasierten Analyseoptionen aus dem Bereich Performance Management bieten sich dabei als Ausgangspunkt an: Sie können einen Mehrwert aus den Daten schöpfen, die ERP und andere operative Systeme sammeln.

Warum PM integrieren?
Performance Management-Anwendungen werten umfangreiche Datenmengen aus und machen so die Verfahren im Unternehmen schnell transparent: Trends, typische Prozesse und Verhaltensmuster werden in der Masse von Daten sichtbar.

Dieses Wissen hilft Managern, ihre Prozesse zu justieren, so dass Unternehmen schnell Einsparpotenziale erkennen können. Mit Hilfe einer Performance Management-Lösung kann beispielsweise die Anzahl von Teilen, die pro Stunde im Rahmen eines bestimmten Prozesses produziert werden, aus den erhobenen Betriebsdaten herausgefiltert werden.

Diese Daten bilden die Grundlage für eine Simulation, in der ermittelt wird, ob die Produktivität ohne Qualitätseinbußen erhöht werden kann. Jeder Mitarbeiter erhält die neuen Leistungsparameter und kann so genau verstehen, welche Bereiche der altbekannten Prozesse geändert werden müssen und wozu. Gleichzeitig werden immer mehr Betriebsdaten gesammelt. Auf ihrer Grundlage kann das Performance Management-System feststellen, ob Innovationen den gewünschten Effekt hatten.

Eine sinnvolle Verbindung schaffen
In Unternehmen mit einer hochintegrierten ERP-Lösung liegen Daten in einer zentralen Datenbank vor. Über eine geeignete Schnittstelle ist es relativ einfach, ein Performance Management-System mit dieser Datenbank zu verbinden. Die Anwender rufen Informationen in Form von Berichten ab, die die Software basierend auf der ERP-Datenbank erstellt.

Verschiedene Hersteller von ERP- und PM-Systemen ermöglichen eine schnelle Integration, indem sie ihre Produkte kompatibel machen. Der Endnutzer profitiert davon, da er einfache Berichte und Listen wie Händleraufstellungen oder Lagerberichte schnell zur Hand hat.
 
Erfordern strategische Entscheidungen eine tiefer gehende Analyse der Daten, kann die Technologiesymbiose jedoch komplizierter werden. Dies ist auch der Fall, wenn die Betriebsdaten in unterschiedlichen Datenbanken und Systemen abgelegt sind. Bevor die Daten analysiert werden können, müssen sie zunächst extrahiert, bereinigt und in ein Standardformat konvertiert werden.

Geschäftsdaten und Analysen oder Planungs- und Kontrolllösungen sind daher gewöhnlich über einen Datenspeicher verbunden, ein grundlegendes, subjektorientiertes Archiv, das als einzige verbindliche Datenquelle dient.

Wie bringt man nun ein neues PM-System mit dem Betrieb des ERP-Systems in Einklang? Unabhängige Lösungen als Ergänzung, die nach dem Kriterium der jeweils branchenbesten Lösung frei gewählt werden, sind nützlich, wenn das Unternehmen die umfangreichen mitgelieferten Funktionen tatsächlich ausnutzt und daher die hohen Implementierungskosten in Kauf nimmt.

Unter bestimmten Umständen bietet ein PM-Modul des ERP-Herstellers zwar einen geringeren Funktionsumfang, ist dafür aber dank vordefinierter Schnittstellen, vorprogrammierter Extraktions- und Konvertierungsprogramme sowie Lade- und Aktualisierungsprozessen sofort einsetzbar. Oft sind diese Lösungen so vorkonfiguriert, dass sie vorgefertigte, aussagekräftige Datenblätter und Berichte enthalten.

Anbieter, die sich auf bestimmte Branchen spezialisiert haben, lassen diese speziellen Informationen ebenfalls in die Implementierung der Analyse- und Reporting-Tools einfließen. So können Analysen noch genauer im Umfeld des jeweiligen spezifischen Markts ausgeführt werden.

Eine weitere Alternative ist eine unabhängige PM-Lösung wie Infor PM 10, die mit Applikationen von beliebigen Drittanbietern funktioniert. Diese wurde zwar für den Einsatz mit ausgewählten Lösungen optimiert, liefert aber grundsätzlich geschäftsspezifisches Know-how, das Kunden ansonsten nur von Nischenanbietern erhalten würden und bietet gleichzeitig die Sicherheit eines großen Anbieters.

Sichere Entscheidung in unsicheren Zeiten treffen
Die einzelnen Implementierungsmodelle sind je nach Unternehmen unterschiedlich. Es ist jedoch anzunehmen, dass Unternehmen, die PM neben ERP einführen wollen, einen gewissen Reifegrad in ihren Strukturen erworben haben. Wer ein solches Niveau an Transparenz und Sicherheit in der Entscheidungsfindung entwickelt, kann von einem bedeutenden Wettbewerbsvorteil profitieren, neue Betriebspläne mit voraussichtlicher Leistung verknüpfen und sicherstellen, dass eingeleitete Schritte effektiv sind und in die richtige Richtung gehen. Doch vor allem werden dadurch Informationslücken in der Entscheidungsfindung geschlossen, was sichere Entscheidungen in einem unsicheren Wirtschaftsumfeld ermöglicht.

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